Stammvater von WhatsApp – Düsseldorfs alte Ansichtskarten.

Neulich fiel einer Freundin und mir ein Album ihres Großvaters in die Hände. Kein Fotoalbum, wie zuerst gedacht, sondern ein kartonierter Aktendeckel, in dem sich sorgfältig eingeheftete Ansichtskarten befanden. Dieser Großvater Walter Löffler (Jahrgang 1900) hatte es sich nicht nehmen lassen, jede erdenkliche Postkarte zu sammeln. Nicht nur, die er erhalten hat. Sondern auch diejenigen, die er an seine Liebste schickte. Und wenn  es auch nur von einem Stadtteil zum anderen war. (Gab ja auch noch kaum Telefon)

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Harry Potter und das maulende Boudoir

Bei dem Begriff „Boudoir“ sind der Phantasie üblicherweise keinerlei Grenzen gesetzt. Doch keine Angst (oder Enttäuschung?)! Hier geht es nicht um die Ausführungen des Marquis de Sade, der darin ein lasterhaftes Separee der Damenwelt sah mit der Empfehlung zu sado-masochistischen Praktiken.

Schmollwinkel statt Lasterhöhle

Sondern  „Boudoir“ bedeutet so viel wie „maulen“ oder „schmollen“. Böse gesprochen war das Boudoir ein Schmollwinkel, in dem die Frauen ihre Launen ausleben konnten, um dann wieder in heitere Stimmung sich der Öffentlichkeit zu zeigen.   Später oft als Ankleidezimmer verwechselt, war es für die Herrin des Hauses oft die einzige Möglichkeit, sich „privat“ zu machen oder (weibliche) Gäste zu empfangen, während ihre Gatten sich im Herren- oder Billardzimmer auf eine Zigarre zu einem Plausch versammelten.

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„Der süße Liebling“ – Eine Liebe aus Düsseldorf im 1. Weltkrieg

Schön ist, wenn wir Erinnerungen in den Händen halten und betrachten können. Manchmal der Hobbyforscher Glück: eine Freundin zeigte mir die Feldpostkarte ihres Großvaters  aus dem 1. Weltkrieg. Auf der Vorderseite mit seinem Konterfei (in Uniform), auf der Rückseite ein Brief an seine Frau und Mutter seiner vier überlebenden Kinder. Und nennt sie in seiner Anrede „ mein  süßer Liebling“.

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Drei Eheformen im Mittelalter – ein verqueres Nebeneinander

Darüber, dass die Liebe höchstens ein nettes Beiwerk in früheren Zeiten war, habe ich schon oft geschrieben. Doch im frühen Mittelalter gab es drei Eheformen, die sich aus dem römisch-germanischen Recht herausgebildet hatten. Interessant ist, dass sie munter parallel voneinander existieren konnten, ohne dass jemand moralisch daran Anstoß nahm. Allerdings nur zunächst.

Ausgehandelte Muntehe

Zum einen gab es die sogenannte „Muntehe“, bei der der Bräutigam einen mit der Sippe seiner Zukünftigen ausgehandelten Preis für seine Braut zahlte. Ob dieser sogenannte „Muntschatz“ eine  angemessene Summe für den Wert einer Tochter war? Jedenfalls konnte die Braut erst danach von der Vormundschaft ihres Vaters in die ihres Mannes wechseln.

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Keine Ehe für Jedermann

Tatsächlich gab es keine Ehe für Jedermann – und das bis ins 19. Jahrhundert hinein. Etlichen Schichten blieb der Hausstand verwehrt. Dazu gehörten die mittellose Schicht der Tagelöhner, Knechte und Mägde, Kinder von Prostituierten oder auch Soldaten. Auch der Lehnsherr achtete streng darauf und drang bei den Bauern aufgrund von Machtansprüchen, sich ihre Heiratserlaubnis bei ihm abzuholen.

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Liebe und Ehe – Pragmatismus pur

Bei der Ahnenforschung stoßen wir unweigerlich auf die Ehe. War da auch Liebe, fragen wir uns. Zwar können unsere Ahnen mit uns nicht mehr direkt kommunizieren (gut oder schlecht?), aber wie können Fakten aus den Daten auf anderer Weise mit uns sprechen?

Die Liebe im 19. Jahrhundert war Pragmatismus pur.

Irgendwann hat sich im Kopf der Angehörigen eingefressen, dass Menschen im  18./19. Jahrhundert nur einmal geheiratet hätten.

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Keiner will als alte Jungfer enden

Meine dreifache Urgroßmutter trat in den Stand der Ehe ein – mit 31 Jahren! Das durchschnittliche Heiratsalter betrug bei Frauen 25,6, bei Männer 27,5 Jahren.

 Auch ohne Vorkenntnisse braucht es keine Brille, dass  meine Vorfahrin fast an der Schwelle des Greisenalters  im 19. Jahrhundert war;-) in diesem Alter für schwer an den Mann zu bringen, wenn  gar für nicht vermittelbar.

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Wieso Ahnenforschung zwischen das Toastbrot passt

Ahnenforschung als bloße Ansammlung von Zahlen, Daten und Namen? Weit gefehlt!

Zwar wird in vielen Blogs Tipps für das Rüstzeug eines jeden (Hobby-) Forschers gegeben; also auf welche Seiten (ancestry, family search etc.) wir etwas finden oder bei welchem Archiv wir uns melden können. Im besten Fall haben wir dann die Fakten, aber oftmals das Gefühl, dass etwas Entscheidendes droht unter dem Tisch zu fallen.

Bloß –  was genau ist es?

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