Düsseldorfs geheimer Schweinehälften-Bunker – was hat es damit auf sich?

Der Bombenkrieg machte auch vor Düsseldorf nicht halt. Zu (kriegs-) wichtig galt Gaustadt mit seinen 541.000 Einwohnern (Stand 1939) wegen der Nähe zum Ruhrgebiet, den rüstungsstrategischen Standorten wie Mannesmann, Haniel, Lueg und Rheinmetall Borsig, um nur einige zu nennen. Doch ab 1940 konzentrierten sich die Allliierten, als Reaktion auf die deutschen Luftangriffe, auf den Stadtkern und Wohngebiete, um die Moral der Zivilbevölkerung zu brechen.

„Moral Bombing“ forderte Opfer

Bis 1942 blieben die Düsseldorfer weitestgehend von den diversen Nächten in Bunkern verschont. Doch ab diesem Zeitpunkt harrten die Stadt (und deren Einwohner) der Luftangriffe, die da kamen, aus. Besonders der Pfingstangriff 1943 grub sich in das kollektive Gedächtnis der Düsseldorfer ein.

Bei Fliegeralarm ab in den Bunker

Für die Einwohner, die nicht aufs Land evakuiert worden waren, bedeutete es, bei Fliegeralarm einen Platz in Düsseldorfs Hochbunkern oder Luftschutzräume zu ergattern. Bekannt sind bis heute die betonschweren Quader, die in einigen Stadtteilen wie Rath, Lierenfeld  oder Gerresheim das Bild prägen und die man aus Kostengründen nach dem Zweiten Weltkrieg nicht sprengte. Diese „Würfel“ aus meterdickem Stahlbeton sicherten, auch wenn es keinen hundertprozentigen Schutz gab und einige Bunker durch Abwurfmunition der Alliierten durchschlagen wurden, vielen den Düsseldorfern das Überleben.

Frischluftkurbeln gegen das Ersticken

Anders als beim Bunker ging es zum Luftschutzkeller über Treppen in die Tiefe durch Schleusen und Metalltüren. Dort hockten sie dann wie die Hühner auf der Stange auf den Holzbänken und harrten über Stunden in dem stickigen Raum aus. Damit den Menschen nicht komplett die Luft ausging, musste jemand ständig  frische Luft hineinkurbelten, die dann über Filter gereinigt wurde.     

Fressalienbunker von Düsseldorfs Nazi- Schergen

Es gibt jedoch auch in Düsseldorf Bunker, von denen die Einheimischen bis heute nicht wissen, dass sie es  überhaupt mit solchen zu tun haben. Im Lantz`scher Park (Düsseldorf Lohausen) steht ein mit Graffiti übersehener betonierter Verschlag, der eher an einen heruntergekommenen Jugendtreff erinnert. Oder vielleicht an eine versiffte Parktoilette, auf die keiner freiwillig geht. Sein Pendant dazu steht nur fünf Meter weiter und ist mit Moos und Gestrüpp überwachsen. Dort hatte sich der General der Waffen SS Karl Gutenberger für den Fall der Fälle einen Rückzugsort zugeteilt.

Großmannsuch und Intriganten von Gauleiter Florian

Bei dem Graffiti-Bau hatte der Gauleiter von Düsseldorf, Friedrich Karl Florian, seine Finger im Spiel. Der korrupte wie skrupellose Nazi, von einem Historiker auch als „böser Geist Düsseldorfs“ bezeichnet, hatte es bereits mit intrigantem Mitteln geschafft, sich die Gauleitung der rheinischen Metropole unter seine Großmannssucht (u.a. 1937 Reichsausstellung „schaffendes Volk“) zu befriedigen und Düsseldorf mit Monumentalbauten nach Berliner Vorbild zu übersäen. Florian, der das „Moral Bombing“ der Alliierten als „Mord an Frauen, Kindern und Greisen“ bezeichnete, forderte von den Düsseldorfern gleichzeitig bedingungsloser Glaube an den Sieg und die Liebe zu Adolf Hitler.

Düsseldorfs Gauleiter Friedrich Karl Florian – Bildrechte Stadtarchiv Düsseldorf

Dujardin und Schweinehälften

Vielleicht, weil er den städtischen Bunkeranlagen nicht traute, legte er sich einen Bunker außerhalb der Innenstadt an.  Und was er dort tat, musste das deutsche Volk auch nicht so genau wissen. Jedenfalls hockte er dort nicht mit seiner Gattin und wartete auf das Ende der Luftangriffe. Sondern sein Bunker glich einer Speisekammer, die mit Schweinehälften und Cognac vollgestopft war. Dem Lohausener Bauern Heinrich Pannen wurde befohlen, diverse Fressalien und Alkoholika mit seinem Traktor in die Unnaer Kaserne zu transportieren. Ob sich Florian dort kulinarischen Orgien hingab, blieb sein Geheimnis.

Festhalten am Nero-Befehl des Führers

Geheim und unbeobachtet blieben seine Aktivitäten nach dem Zweiten Weltkrieg allerdings keineswegs. Obwohl er in den letzten Kriegstagen für die Ermordung des Schutzpolizeikommandeurs Franz Jürgens und fünf seiner Gefährten verantwortlich war, gelang es ihm, dass dieses Strafverfahren mit Freispruch endete und erst 1999 wieder aufgehoben wurde.  Die Gruppe um Jürgens wollte Düsseldorf kampflos den Amerikanern übergeben, um weiteres Leid und Blutvergießen zu verhindern. Florian, der an dem Nero-Befehl des Führers unbeirrt festhielt und nicht gezögert hätte, Düsseldorf in Schutt und Asche legen zu lassen, zeigte sich auch nach sechsjähriger Internierung bei den Amerikanern unbelehrbar. Seine nationalsozialistischen Weisheiten teilte er u.a. in Artikeln von Vertriebenenverbänden mit.

Nach dem Krieg: Unbehelligt und unbelehrbar 

Hätte, so sein Credo, nicht das ganze Volk »in dem uns aufgezwungenen Krieg … in beispielhafter und einmaliger Hingabe« gekämpft und wäre nicht der »idealistische Einsatz« der NSDAP gewesen, dann säßen die Bolschewisten heute am Atlantik und die »offiziellen Stellen der Bundesrepublik mit ihren Massenmedien« hätten »keine Gelegenheit, den Nationalsozialismus … zu verteufeln«. 

Nun denn. Hätte, hätte, Fahrradkette.

Chuzpe und Charme

Peter Kürten alias „der Vampir aus Düsseldorf“

Peter Kürten, alias der „Vampir aus Düsseldorf“, weil er das Blut eines getöteten Schwans getrunken haben soll, ist eigentlich ein Kölner. Geboren wurde er am 26.Mai 1853 in Köln-Mühlheim, geköpft 48 Jahre später im Kölner „Klingelpütz“.  Aber das ist Nebensache.

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Wegen Shitstorm auf den Scheiterhaufen.

Durch den Gerresheimer Dorfklatsch als „Hexe“ verbrannt

Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich`s gänzlich ungeniert, heißt es so schön. Mit anderen Worten: Es kann einem völlig egal sein, was die Anderen denken. Aber in einem kleinen Dorf bei Düsseldorf war es im 18. Jahrhundert genau umgekehrt: Der schlechte Ruf eilte einer Dorfbewohnerin dem bösen Dorfklatsch voraus. Und ließ sie tödlich auf einem Reisighaufen enden, mit einem Pulverfässchen um den Hals.

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Vom Blutstein zum Galgen.

Der Schandgang zum Tod durch Düsseldorf -Pempelfort

Bevor der Delinquent seine letzten Momente am Galgen ausröchelte, hatte er noch einen letzten Dienst zu verrichten. Dreimal, so der Brauch, musste der der Verurteilte den „Gerichts- oder Blutstein“ umrunden. Oder wie man vermutet, um den Stein herum geschubst. Quellen besagen, dass dieses Stoßen um den Blutstein (oder auch Blutkreuz), symbolisch das Gerichtsverfahren abschloss. Gleichzeitig erhoffte sich  die hochrichterliche Justiz des jeweiligen Landesherrn noch weitere Schuldeingeständnisse von weiteren Vergehen, Namen von Mitwissern oder anderen Übeltätern.

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Herr, es ist Zeit – warum Babys früher im Sommer starben

„Herr, es ist Zeit, der Sommer war sehr groß.“ Mit diesem Anfang seines Gedichtes „Herbsttag“ preist Rainer Maria Rilke die Wonnen des Sommers, der langsam in den Herbst übergeht. In den Tagen, wo die letzten vollen Früchte reifen und die Süße der Trauben den schweren Wein veredeln.

Sommer – Zeit der Infekte

Der Sommer war aber vor 200 Jahren nicht nur die Zeit der Reife und der Wonnen, sondern auch Zeit der Infekte. Und es traf vornehmlich die Säuglinge. Die häufigste Todesursache lautete Magen-Darm-Katarrh, oftmals früher auch unter dem Begriff „Auszehrung“ abgefasst oder „Convulsion“, die immer dann genannt wurde, wenn die Kinder ihre Nahrung nicht vertrugen.

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