Ein Beruf mit schlechten Ruf: Der Müller

Ein weiterer gesellschaftlich unverzichtbarer Beruf wurde von der Dorfgemeinschaft über Jahrhunderte hinweg misstrauisch beäugt und verachtet: der des Müllers. Nicht nur, dass der Müller im frühen Mittelalter im Kriegsfall als unabkömmlich galt und deshalb nicht zu den Waffen greifen durfte. Schon das reichte aus, um ihm die „Ehr im Leib“ abzusprechen – ein Mann, der nicht kämpfte, galt vielen nicht als vollwertig.

Dieb und Halsabschneider

Obwohl Müller und ihre Gesellen oft Tag und Nacht arbeiteten und für sie weder Sonn- noch Feiertage galten – man denke nur an das volkstümliche Lied „Es klappert die Mühle am rauschenden Bach“ –, haftete ihnen der Ruf des Betrügers an. Bauern brachten ihr Getreide zur Mühle und waren überzeugt, weniger Mehl zurückzubekommen, als ihnen zustand. Der Verdacht lautete: Der Müller zweige heimlich etwas ab.

Dieser Argwohn saß tief und ließ sich kaum ausräumen.

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Warum der Schäfer früher als unehrlicher Beruf galt

In der Ahnenforschung geben die Kirchenbücher und ab 1810 auch die Standesämter zum Glück Auskunft  darüber, in welchen Beruf der jeweilige Ahnherr innehatte. D.h. wenn man gelernt hat, die Kurrentschrift zu lesen;-) Aber die Berufe sind interessanter, als ich dachte. In meinen Reihen befindet sich kein Adeliger, von einer verqueren Linie Karls des Großen ganz zu schweigen.

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Wir sind Fremde – fast überall

Bei der Recherche in der  Spurensammlung unserer Ahnen stellen wir (oft zu unserem Leidwesen) fest, dass sich unsere Vorfahren sich nicht an der ihrer Scholle festgeklammert hatten. Meist blieb sie nur zwei bis drei Generationen, an einem Ort, manchmal waren sie nur auf der Durchreise.

Kein festgepflanzter Baum

Dass die Menschen vor 200 Jahren sich in ihrem Heimatort wie ein Baum festgepflanzt hatten- dieser Zahn wird einem Forscher schnell gezogen.  Und wir müssen erkennen: Auch damals waren wir Fremde– fast überall.

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Der Zusammenhalt der Sippe: Zwangsjacke oder Existenzsicherung?

Die Liebe hat ja bekanntlich viele Gesichter. Zum Beispiel die des Pragmatismus. Zugleich war es eine Mischung aus sozialer Notwendigkeit, Einsicht ins Unvermeidliche und Anpassung.

Zeugung legaler Nachkommen

Um es kurz zu machen: Mann und Frau kannten ihren Auftrag. Denn Sinn und Zweck der Ehe war, legale Nachkommen zu zeugen und damit den Besitz (Haus, Hof, Werkstatt etc.)an die nächste Generation  weiter zu geben. Durch die Vergrößerung der  Sippe erweiterte sich zugleich das eigene Netzwerk. Und je größer es war, desto besser gelang es der eigenen Familie, zu überleben.

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„Menschen können gewissermaßen weggeweht werden, wohin der Wind sie treibt“

Ich las diesen Satz in einer Ausstellung von der belgischen Fotografin Bieke Depoorter. Sie veröffentlichte 2019 im Forum NRW Düsseldorf ihre akribischen Recherchen über das Leben des verrückten Michael aus Portland. Nachdem er ihr seine Koffer voll wirrer Skripte hinterlassen hatte, verschwand er aus ihrem Leben – und blieb es bis heute.

Und je energischer sie ihn suchte, desto mehr verlor sie ihn. Ein Polizist, mit dem sie darüber sprach, tröstete sie mit dem Satz, dass der Mensch dorthin geweht wird, wohin der Wind ihn treibt.

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Keine Ehe für Jedermann

Tatsächlich gab es keine Ehe für Jedermann – und das bis ins 19. Jahrhundert hinein. Etlichen Schichten blieb der Hausstand verwehrt. Dazu gehörten die mittellose Schicht der Tagelöhner, Knechte und Mägde, Kinder von Prostituierten oder auch Soldaten. Auch der Lehnsherr achtete streng darauf und drang bei den Bauern aufgrund von Machtansprüchen, sich ihre Heiratserlaubnis bei ihm abzuholen.

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Liebe und Ehe – Pragmatismus pur

Bei der Ahnenforschung stoßen wir unweigerlich auf die Ehe. War da auch Liebe, fragen wir uns. Zwar können unsere Ahnen mit uns nicht mehr direkt kommunizieren (gut oder schlecht?), aber wie können Fakten aus den Daten auf anderer Weise mit uns sprechen?

Die Liebe im 19. Jahrhundert war Pragmatismus pur.

Irgendwann hat sich im Kopf der Angehörigen eingefressen, dass Menschen im  18./19. Jahrhundert nur einmal geheiratet hätten.

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Keiner will als alte Jungfer enden

Meine dreifache Urgroßmutter trat in den Stand der Ehe ein – mit 31 Jahren! Das durchschnittliche Heiratsalter betrug bei Frauen 25,6, bei Männer 27,5 Jahren.

 Auch ohne Vorkenntnisse braucht es keine Brille, dass  meine Vorfahrin fast an der Schwelle des Greisenalters  im 19. Jahrhundert war;-) in diesem Alter für schwer an den Mann zu bringen, wenn  gar für nicht vermittelbar.

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Wieso Ahnenforschung zwischen das Toastbrot passt

Ahnenforschung als bloße Ansammlung von Zahlen, Daten und Namen? Weit gefehlt!

Zwar wird in vielen Blogs Tipps für das Rüstzeug eines jeden (Hobby-) Forschers gegeben; also auf welche Seiten (ancestry, family search etc.) wir etwas finden oder bei welchem Archiv wir uns melden können. Im besten Fall haben wir dann die Fakten, aber oftmals das Gefühl, dass etwas Entscheidendes droht unter dem Tisch zu fallen.

Bloß –  was genau ist es?

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