Liebe und Ehe – Pragmatismus pur

Bei der Ahnenforschung stoßen wir unweigerlich auf die Ehe. War da auch Liebe, fragen wir uns. Zwar können unsere Ahnen mit uns nicht mehr direkt kommunizieren (gut oder schlecht?), aber wie können Fakten aus den Daten auf anderer Weise mit uns sprechen?

Die Liebe im 19. Jahrhundert war Pragmatismus pur.

Irgendwann hat sich im Kopf der Angehörigen eingefressen, dass Menschen im  18./19. Jahrhundert nur einmal geheiratet hätten.

Doch das ist ein grundlegender Irrtum. Genug Beispiele zeigen, dass in der damaligen Zeit, den Menschen oft keine lange Lebensdauer beschieden war. Frauen im Kindbett, die Männer an diversen Krankheiten. Kriege, Epidemien, Hunger  sowie häusliche Katastrophen (Brände, Unfälle, Schwäche etc.) taten ihr Übriges dazu. Meine Familie bildete darin keine Ausnahme.

Vielehen wie in Hollywood?

Mein dreifacher Urgroßvater war sage-und schreibe viermal verheiratet! Doch dieser Vielverheiratete war nicht vergleichbar mit Elizabeth Taylor oder einigen deutschen Politikern. Vielmehr trieb den zu Beginn des 19. Jahrhunderts Familienvaters die blanke Not, für seine und mutterlosen Kinderschar ein  weibliches Wesen zu finden, dass auch noch Haus und Hof in Ordnung hielt.

Nüchterne Zweckgemeinschaft

Dass in den vier Fällen Liebe im Spiel gewesen sein soll, mag ein Produkt der Romantik gewesen sein. Eine nüchterne Zweckgemeinschaft war es, die den Kern dessen bildete, was man Familie nannte.  In der Welt des 19. Jahrhunderts kannten Männer und Frauen ihren Auftrag:

Keine alte Jungfer sein

Einerseits die Zeugung von Nachkommen und andererseits (und das galt insbesondere für Frauen), die wirtschaftliche und soziale Absicherung. Für sie war es die einzige Möglichkeit, der Vormundschaft des Vaters zu entgehen und einen  eigenen Haushalt zu gründen und nicht als alte Jungfer oder Hagestolz zu enden.

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