Bei der Ahnenforschung begegnet mir immer wieder eine Untugend, die mich zunehmend umtreibt: Arroganz.
Nicht laut, nicht spektakulär – sondern leise, bequem und oft unbemerkt.
Ich ertappte mich selbst dabei, als ich meine dreifache Urgroßmutter vorschnell zum Mauerblümchen erklärte, weil sie erst mit 31 Jahren heiratete. Erst später stellte sich heraus, dass sie bereits verheiratet gewesen war. Ihr Mann war gestorben, sie blieb mit zwei kleinen Söhnen zurück. Ihr späterer Ehemann – mein dreifacher Urgroßvater – war 15 Jahre älter, dreifacher Witwer und Vater mehrerer Kinder aus früheren Ehen.
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