Fußball im Vatikan: Wo Archivare Meister werden und Sünder eine blaue Karte bekommen

Während die Fußballwelt auf die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko blickt, wurde vor wenigen Tagen eine ganz andere Meisterschaft entschieden. Die vatikanische Fußballauswahl Archivio Calcio besiegte die Supermarkt-Mannschaft Dirseco mit 4:0 und sicherte sich den Meistertitel.

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Lagerfeuer Lesung: Kulturgeschichten rund ums Weihnachtsfest

Was braucht`s denn mehr als einfach Zuhören?

Manchmal braucht es keine Effekte, sondern nur sitzen und lauschen bei Kerzenschein. Das archaische Wohl in der oft beschworenen Lagerfeuerromantik trifft des Pudels Kern. Als Autorin des Leiermann-Verlages reise ich mit meinen Zuhörern durch die weihnachtlichen Kulturgeschichten Europas.

Kulturgeschichten, geprägt von mehreren Generationen:-)

Im Konversationscafe im Bonner Migrapolis-Haus las ich nicht nur über Erich Kästners „Fliegende Klassenzimmer“, sondern entführte meine Zuhörer in die  Sagen umwobenen „Rauhnächte“ nach der Weihnachtszeit bis hin zum 6. Januar.

In dieser Zeit stehen wir ein offenes Ohr gegenüber den Geistern und den Seelen der Verstorbenen:-) Meine Zuhörer fielen ein und erzählten von Mythen umwobenen Legenden aus aller Herren Länder.

Leiermann Kollegen bei ihrer Lesung im Zeughaus der Reiss-Engelhorn Museen in Mannheim. Von links nach rechts: Anja Weinberger, Christiane Wilms, Raimund Gründler, ©Christiane Wilms

Währenddessen waren meine Leiermann-Kollegen Anja Weinberger, Christiane Wilms und Raimund Gründler, der Kurator des Lese Zeichens Mannheims nicht untätig. Am 2. Adventssonntag, in pittoresker Atmosphäre im Zeughaus der Reiss-Engelhorn Museen, durchstreifte Raimund Gründler mit seinem Publikum den glorreichen Feldzug des Lebkuchens, Anja Weinberger erzählte Geschichten rund um Weihnachtslieder und Christiane Wilms stellte in ihrem Beitrag die durchaus kritische Frage: wieviel Weihnachten darfs den sein?“

Die Flötistin Anja Weinberger untermalt die Lesung mit ihrem Instrument, ©Christiane Wilms

Als Marlene Dietrich 1960 nach Düsseldorf kam – und nicht überall willkommen war

Eine Diva zwischen Bewunderung und Ablehnung

Vor wenigen Tagen stand ich erneut in der Lobby eines traditionsreichen Hotels in München. Gegenüber der Rezeption hing noch immer das große Tourneeplakat von Marlene Dietrich. Es zeigt sie in ihrem berühmten Schwanenmantel und kündigt einen Gala-Abend ihrer Deutschlandtournee 1960 an.

Zum ersten Mal war ich 2022 dort. Damals machte mich der Hotelier auf das Plakat aufmerksam. Er erzählte mir, dass dieses Exemplar mit dem Veranstaltungsbanner am unteren Rand nach seinem Wissen das einzige seiner Art sei. Im selben Gespräch berichtete er mir auch von einer persönlichen Begegnung mit Marlene Dietrich. Seine Ausbildung hatte er – wie es sich für einen Hotelier alter Schule gehörte – in Paris absolviert. Dort sah er die Dietrich noch einmal, als sie bereits zurückgezogen lebte und fast unbeachtet im Rollstuhl durch die Straßen geschoben wurde.

Als ich nun wieder vor dem Plakat stand, musste ich unwillkürlich an ihren Besuch in Düsseldorf denken. Dort war sie am 16. Mai 1960 Weltstar – und für manche noch immer eine Verräterin.

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