Wie eine Kneipentradition überlebt
Früher hing in der Kneipe meines Großvaters ein grauer, mit Schlitzen versehener Kasten neben einem dunklen Vorhang an der Wand, der die Kneipe vom Gang zum Klo unterteilte.
Das Leben unserer Ahnen – Ahnenforschung anders
Wie eine Kneipentradition überlebt
Früher hing in der Kneipe meines Großvaters ein grauer, mit Schlitzen versehener Kasten neben einem dunklen Vorhang an der Wand, der die Kneipe vom Gang zum Klo unterteilte.
Ein Freund von mir klingelte vor einigen Jahren in seiner Eigenschaft als Briefträger an einem herrschaftlichen Haus, um die Post abzugeben. Über die Sprechanlage beschied ihm eine weibliche Stimme, sich gefälligst zum Dienstboteneingang zu begeben. Und der sei um die Ecke.
No way für Domestiken im 21. Jahrhundert.
Der Freund ließ die Briefe auf der Fußmatte fallen und begab sich stattdessen auf sein Fahrrad, nicht ohne der weiblichen Stimme zu erklären, dass er keinesfalls zu ihren Domestiken gehöre.
„Platz gibt’s in der kleinsten Hütte – warum das Schlafen in der Zwischendecke kein Vorläufer von IKEA’s Hochbett war“ weiterlesenWar Alice Schwarzer, bekannte Publizistin und Frauenrechtlerin, etwa schon Vorkämpferin für die Rechte von Dienstmädchen im 19. Jahrhundert? Zwar haben wir den Eindruck, als hätte sie sich schon ewig für die Frauenrechte stark gemacht, aber so alt ist sie denn doch nicht;-)
Kaum Rechte- aber eine Menge Pflichten
Als die jungen Mädchen vom Lande damals in „Stellung gingen“, wie man so schön sagte, gab es kaum Rechte für sie. Die preußische Gesindeordnung von 1810 legte vielmehr fest, was Dienstboten im Allgemeinen und Stubenmädchen insbesondere zu leisten hatte. Und zwar sich komplett dem Haushalt zur Verfügung zu stellen. Ausgang gab es üblicherweise alle 14 Tage, der allerdings wegen besonderer Vorkommnisse aufgehoben werden konnte. Heute kaum vorstellbar, aber die Herrschaft durfte an den jungen Bauernmädchen ihr Züchtigungsrecht ausüben. Gleichwertiges Arbeitsverhältnis? Keine Spur.
„Was Alice Schwarzer mit der To-Do-Liste von Dienstmädchen zu tun hat?“ weiterlesenEin kleiner Kerl mit Turban, Pluderhosen und Schnabelschuhen. Das Gesicht schwarz wie ein Kohlekeller und die mit Kinder-Kulleraugen Augen mit einem Tablett in der Hand.
Turban, Pluderhosen und Schnabelschuhe
So präsentierte er sich ganzen Generationen von Schokoladenliebhabern auf der Verpackung Schokoladentafeln. Später zierte er Fensterbänke Postkarten und war überhaupt ein beliebtes Gimmick. Doch – wie kam es dazu?
„Wieso der Mohr zu Sarotti kam – und dabei seinen Typ veränderte“ weiterlesenWer von uns weiß, dass EDEKA eigentlich „Einkaufgenossenschaft deutscher Kolonialwarenhändler“ heißt? Niemand? Dachte ich mir. Denn ich wusste es bis dato auch nicht.
EDEKA und Kaisers Kaffee gegründet in der Kaiserzeit
Aber EDEKA und Kaisers Kaffeegesellschaft entstanden während der Kaiserzeit (EDEKA 1912, Kaisers schon 1897) als gegründete Einkaufsgenossenschaften in den Städten, um den dort ansteigenden Konsumbedarf zu stillen. REWE kam erst 1921 hinzu.
„Wie der Kolonialwarenladen zum Discounter wurde“ weiterlesenEin weiterer gesellschaftlich unverzichtbarer Beruf wurde von der Dorfgemeinschaft über Jahrhunderte hinweg misstrauisch beäugt und verachtet: der des Müllers. Nicht nur, dass der Müller im frühen Mittelalter im Kriegsfall als unabkömmlich galt und deshalb nicht zu den Waffen greifen durfte. Schon das reichte aus, um ihm die „Ehr im Leib“ abzusprechen – ein Mann, der nicht kämpfte, galt vielen nicht als vollwertig.
Dieb und Halsabschneider
Obwohl Müller und ihre Gesellen oft Tag und Nacht arbeiteten und für sie weder Sonn- noch Feiertage galten – man denke nur an das volkstümliche Lied „Es klappert die Mühle am rauschenden Bach“ –, haftete ihnen der Ruf des Betrügers an. Bauern brachten ihr Getreide zur Mühle und waren überzeugt, weniger Mehl zurückzubekommen, als ihnen zustand. Der Verdacht lautete: Der Müller zweige heimlich etwas ab.
Dieser Argwohn saß tief und ließ sich kaum ausräumen.
„Ein Beruf mit schlechten Ruf: Der Müller“ weiterlesenWarum Schäfer früher als „unehrlicher“ Beruf galt
Aus heutiger Sicht wirkt das Bild idyllisch: Ein Schäfer zieht mit seiner Herde durch die Landschaft. Doch die Wirklichkeit sah anders aus. Der Beruf war hart, schlecht bezahlt – und gesellschaftlich standen Schäfer lange auf einer der untersten Stufen der Dorfgemeinschaft.
Als ich mich vor einigen Jahren mit meinen eigenen Vorfahren beschäftigte, stellte ich zu meinem Erstaunen fest, dass ein Schäfer innerhalb eines Dorfes früher auf einer der untersten Stufen der Gemeinschaft stand.
Wie kann das sein?