Passend zur Weihnachtszeit: Die Deutschen lieben Antihelden. So wie Siegfried, der trotz seines Bades im Drachenblut just an der Stelle verwundbar war, wo das Blatt zuvor auf seine Schultern fiel, sind sechs Internatsschüler aus Erich Kästners Roman Das fliegende Klassenzimmer Helden mit sympathischen Schwächen:
Im klösterlichen Maxhaus seinen Gedanken Zeit geben
Reichlich obskur, so scheints, seinen Geist in der betriebsamen, feierfreudigen Altstadt mit der besinnlichen Ruhe stillen zu wollen. Auf die Idee, dass sich am Rande dessen, zwischen Rhein, Carlsplatzund Brauerei Uerige gelegen, ein ehemaliges Franziskanerkloster einen Platz zur inneren Einkehr bietet, kommen nicht viele. Eigentlich verwunderlich, denn laut Faltblatt liegt es optimal: Zwei Minuten fußläufig vom Carlsplatz und vom Rhein und nur vier Minuten von der U-Bahn Haltestelle und Nadelöhr zur Altstadt, der Heinrich-Heine-Allee entfernt.
Wer hat die Werbefigur erfunden – und warum bleibt die Antwort offen?
Es gab mal die Werbung über eines Schweizer Kräuterbonbon, in der ein Almöhi streng in die Kamera fragte: „Wer hat`s erfunden?“ Die Antwort wartete er nicht ab, sondern triumphierte gleich darauf: „Die Schweiz“. So ungefähr müsste jede Antwort in der Ahnenforschung vorkommen: knackig, klar, benennbar. Allerdings ist die Wahrheit oft umwoben von Geschichten, aus denen neue Wahrheiten gebildet werden. Schon allein deswegen, weil andere sie glauben wollen oder müssen (mangels Alternative).
Wer in Berlin in geweihter literarischer Stätte speisen will, der kehrt ein in die „Joseph Roth Diele“, Potsdamerstraße 75. Nach außen hin wirkt es wie ein gutbürgerliches Bistro/Kneipe mit gepflegter Hausmannskost. Doch das Innere der Kneipe beinhaltet die reinste Devotionaliensammlung über den berühmten österreichischen Schriftsteller, der nebenan in Nr. 73 (früher 115a) mit seiner Frau Friederike (Friedel) wohnte. Dass neben seinem Wohnhaus die Joseph Roth Diele entstand, ist einem puren Zufall zu zuschreiben.
Pfarrer Franz Boehms Widerstand gegen die Nazis in Monheim und Sieglar
Archivare schmurgeln nicht immer nur vor sich hin. Sie öffnen auch gerne ihre Pforten für netten Besuch und sind dabei ganz Ohr. Am Mittwoch, dem 6. September 2023, reiste eine Schulklasse aus Sieglar an (Schuljahrgang 1951), die sich für das Leben des Pfarrers Franz Boehm interessieren.
Ein Blick hinter die Kulissen der Archivarbeit zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Dieser Beitrag entstand ursprünglich nach einem Besuch im Monheimer Kirchenarchiv im Juni 2023. Anlässlich des Tags der Archive am 7. März und eines erneuten Besuchs im Landesarchiv NRW im Januar 2026 habe ich ihn noch einmal überarbeitet und ergänzt.
Im Januar 2026 ergab sich die Möglichkeit, hinter die Kulissen des Landesarchivs NRW zu schauen – ein Besuch, der mich an meine Arbeit im Monheimer Kirchenarchiv zwei Jahre zuvor erinnerte.
Archive wirken nach außen oft still, doch ohne ihre Arbeit gäbe es keine überprüfbare Geschichte. Jede Urkunde, jede Akte und jedes Kirchenbuch ist ein kleines Gedächtnis einer Gesellschaft – und muss ständig gepflegt werden, damit Vergangenheit überhaupt lesbar bleibt. Deswegen bedarf einer ständigen Rundumerneuerung.
An Bert Brecht scheiden sich schulisch, literarisch und politisch oft die Geister; kaum jemand würde an ihm unter dem Begriff „Heimat in den eigenen vier Wänden“ einen Gedanken zu verschwenden. Und doch – wer sich bei seinem Berlin Besuch mal die Mühe macht, das Brechtarchiv http://www.adk.de/de/archiv/museen/brecht-weigel-museum/index.htmzu besuchen, wird möglicherweise eines Besseren belehrt.
Warum das Monheimer Kirchenarchiv säurefrei vorgeht
Der Ahnenforscher ist mitunter recht ungeduldig, wenn seine Recherchen nicht zu einem fruchtbaren Ergebnis führen. Besonders, wenn an der Hauptlinie schon nach dritten oder vierten Generation Schluss ist.
Was weiß man eigentlich von Geisterjäger John Sinclair dem Meister des Übersinnlichen, dessen gruseligen Abenteuer seit 1973 von einer begeisterten Leserschaft verschlungen wird? „Sohn des Lichts“ nennt ihn sein bester Freund und Journalist Bill Conolly, den er seit seiner Studienzeit kennt. Obwohl John Englands Hauptstadt wie seine Westentasche kennt, kommt er gebürtig aus Schottland. Ursprünglich wollte er wie sein Vater Jura studieren, bis er dann die Polizeilaufbahn bei Scotland Yard einschlug.
Auf- und Abstieg durch Gift. Gestank und Frömmelei
Sie war die Ehrendame seiner spanischen Gattin und zugleich eine enge Freundin ihrer zukünftigen Vorgängerin Louise de La Vallière. Beobachter nannten sie eine paradiesische Augenweide, Lieselotte von der Pfalz, des Sonnenkönigs Schwägerin hingegen fand: „Sie herrscht dröhnend und triumphierend“. Die Rede ist von Françoise de Montespan, langjährige Herzensdame von Ludwig des XIV.