Nachrichten

Fliegerweltrekord im 2. Weltkrieg

Ernst Jachtmanns Segelflug in Ostpreußen

Harry Gieses martialischer Ton dröhnte in die Ohren der Kinogänger, die sich am 22. September 1943 vor dem Hauptfilm die obligate Wochenschau anschauten. Geradezu ekstatisch formulierte er Sätze wie »Wie eine Möwe schwebt das Flugzeug über der Küste.“ Dazu schwenkte die Kamera auf die »Weihe« des Segelflugpiloten Ernst Jachtmann, dann zu seinen zu seinen Hilfstruppen, bestehend aus Kameraden der NSFK-Gruppe 1 und der Luftwaffe. »Wind bleibt!«, haben die Kameraden auf der Erde als Fingerzeig in den Sand geschrieben«, schnarrte Harry Gieses Stimme weiter. Jachtmann nutzte scheinbar ungerührt die Aufwinde der ostpreußischen Küstenlandschaft und flog über deren Köpfe hinweg scheinbar mühelos 55 Stunden, 50 Minuten und 50 Sekunden den Küstenabschnitt hin und her. [1]

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Geplündertes Fotoalbum

Kürzlich las ich ein interessantes Zitat über Sammler. Sammler seien Menschen, die eine Leere füllen würden. Wer Fotos, insbesondere alte Fotos sammelt, der füllt sein leeres Gedächtnis mit Erinnerungen, die nie vergehen. Die Leere, die berühmte Gedächtnislücke darf nicht vergehen. Alte Fotoalben ziehen uns magisch an. Wir haben die Möglichkeit, in eine Zeit zu verschwinden, die wir temporär gestreift haben oder nur vom Hörensagen kennen. Oft aber noch nicht einmal das.

Ein kostbarer Deckel, dahinter verbirgt sich das Fotoalbum. So etwas wird heute nicht mehr hergestellt
album_photograph_am_1966.11-1, ©wikipedia commons.

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Was ein schlesischer Nachruf bewahrt

Über meinen Ur-Urgroßvater

In der Schlesischen Schulzeitung des Jahres 1911 fand ich mehrere Anzeigen zum Tod eines Mannes, den ich kaum kannte: meines Ur-Urgroßvaters. Seine Frau dankte für die große Anteilnahme am Ableben ihres Mannes, der nach achtjährigem Siechtum sanft entschlafen sei. Kollegen rühmten seine Treue im Beruf, seinen Eifer in Vereinsangelegenheiten und seine Biederkeit – ein Wort, das heute fremd klingt und damals eine Auszeichnung war.

Erst durch diese Nachrufe begann ich zu begreifen, was es bedeutete, im ausgehenden 19. Jahrhundert Volksschullehrer in Schlesien zu sein.

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Entartete Sphinx an Düsseldorfs Tonhalle

Jupp Rübsams Denkmal an den Ersten Weltkrieg

„Innere Festung“ zwischen Trauma, Ablehnung und politischer Instrumentalisierung

Zwei Körper aus Basalt

Zwei aus Basalt gehauene Figuren kauern auf allen Vieren auf grauem Stein. Ihre händeartigen Pfoten liegen wie Löwentatzen vor den dunklen Körpern und berühren sich. Die Gesichtszüge wirken archaisch: breite Lippen, längs gehauene Augen, grob stilisiert.
Einzig die Kopfbedeckungen – Mütze und Helm – geben Auskunft darüber, dass es sich um Soldaten handelt.

Geschaffen wurden die Figuren von Jupp (Josef) Rübsam (1896–1976), selbst Kriegsteilnehmer und Soldat des 39. Nieder-Füsilier-Regiments. Er nannte sein Werk „Innere Festung“ – ein Denkmal für seine gefallenen Kameraden aus dem Ersten Weltkrieg.

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Paul Henckels: Der Mann hinter Bömmel und die ewige Düsseldorfer Leiche

Paul Henckels, der Professor aus der Feuerzangenbowle, über Bühne, Bombennächte und schwarzen Humor

Millionen kennen ihn als Professor Bömmel aus der „Feuerzangenbowle“. Doch Paul Henckels war weit mehr als diese berühmte Filmfigur. Der gebürtige Düsseldorfer prägte über Jahrzehnte Bühne und Film – und wurde schließlich selbst Teil einer ungewöhnlichen Düsseldorfer Geschichte.

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Wie Beuys Düsseldorf auf den Kopf stellte (und eine Studentin vor der Akademie verhungerte)

Der Mensch stolpert ja bekanntlich über Kleinigkeiten. Beim Recherchieren über Ike und Tina Turner stieß ich im Düsseldorfer Stadtarchiv über den »Düsseldorfer Jong« Joseph Beuys. Eigentlich ein Krefelder, aber das scheinen wir Düsseldorfer im Zuge seiner Berühmtheit vergessen zu haben.  

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Der Mann hinter den Krokodilen

Manche Texte altern nicht. Dieser entstand im Oktober 2024 und wurde jetzt erneut gelesen und überarbeitet.

Warum Helmut Ballot mehr Aufmerksamkeit verdient hätte

2012 kam Das Haus der Krokodile ins Kino und gewann den Deutschen Filmpreis.
Doch kaum jemand sprach über den Mann, der die Geschichte geschrieben hatte. Solche Geschichten gehören zur Alltagsgeschichte einer Stadt – ähnlich wie die wechselvolle Werbegeschichte rund um Sarotti oder das Arbeitsleben am Düsseldorfer Schweinehälften-Bunker.

Helmut Ballot.

Sein Jugendroman erzählt von Victor Laroche, einem Jungen in einer Berliner Jugendstilvilla, der einem lange zurückliegenden Unglücksfall nachspürt. Ein Mädchen, ein Treppengeländer, ein Tagebuch mit kleinen Lederkrokodilen – und die Frage: Unfall oder Verbrechen? Die Geschichte des Schriftstellers Helmut Ballot ist zugleich ein Stück Berliner und Düsseldorfer Alltagsgeschichte – erzählt anhand eines Jugendromans, der weit mehr über seine Zeit verrät, als man zunächst vermutet.

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Düsseldorfs Stadtoriginal: Angela Spook als Hexe von der Kö

Wer kennt sie nicht: Die zu Stadtoriginalen herangewachsenen Menschen, die überhaupt zu wissen, wer ihnen dieses Etikett auf dem Leib gestempelt hat. Vielleicht liegt es daran, dass sie so elementar und echt sind, sie in der lauten Welt mit ihren Eigenheiten einstehen, dass ihre Originalität von Generation zu Generation weitergetragen werden.

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