Pfarrer Franz Boehms Widerstand gegen die Nazis in Monheim und Sieglar
Archivare schmurgeln nicht immer nur vor sich hin. Sie öffnen auch gerne ihre Pforten für netten Besuch und sind dabei ganz Ohr. Am Mittwoch, dem 6. September 2023, reiste eine Schulklasse aus Sieglar an (Schuljahrgang 1951), die sich für das Leben des Pfarrers Franz Boehm interessieren.
Ein Blick hinter die Kulissen der Archivarbeit zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Dieser Beitrag entstand ursprünglich nach einem Besuch im Monheimer Kirchenarchiv im Juni 2023. Anlässlich des Tags der Archive am 7. März und eines erneuten Besuchs im Landesarchiv NRW im Januar 2026 habe ich ihn noch einmal überarbeitet und ergänzt.
Im Januar 2026 ergab sich die Möglichkeit, hinter die Kulissen des Landesarchivs NRW zu schauen – ein Besuch, der mich an meine Arbeit im Monheimer Kirchenarchiv zwei Jahre zuvor erinnerte.
Archive wirken nach außen oft still, doch ohne ihre Arbeit gäbe es keine überprüfbare Geschichte. Jede Urkunde, jede Akte und jedes Kirchenbuch ist ein kleines Gedächtnis einer Gesellschaft – und muss ständig gepflegt werden, damit Vergangenheit überhaupt lesbar bleibt. Deswegen bedarf einer ständigen Rundumerneuerung.
Warum das Monheimer Kirchenarchiv säurefrei vorgeht
Der Ahnenforscher ist mitunter recht ungeduldig, wenn seine Recherchen nicht zu einem fruchtbaren Ergebnis führen. Besonders, wenn an der Hauptlinie schon nach dritten oder vierten Generation Schluss ist.
„Nur nicht schweigen wie ein Hund“ –Wie der Monheimer Pfarrer Franz Boehm Widerstand gegen das NS-Regime leistete.
Sophie Scholls Geburtstag jährt sich in diesem Jahr am 9. Mai zum 100sten Mal. Unermüdlich wird in Artikeln auf ihren widerständigen Geist und ihre Zivilcourage hingewiesen. Sie, die sich wie ihr Bruder Hans sowie den anderen Mitgliedern der Widerstandsgruppe „Die weiße Rose“ nicht dem NS – Regime beugten, sondern für ihre Überzeugungen einstanden, sind heute populärer denn je.
Für uns Niederrheiner stellt sich mitunter die Frage, wo wir die Geburts-, Heirats- und Sterbeeinträge aus Monheim vor 1810 bekommen können. (In den linksrheinischen Gebieten wurde dank der französischen Besatzung die Personenstandsunterlagen, zu denen auch Monheim gehörte, ab 1810 geführt. In den rechtsrheinischen Gebieten erst ab 1876.)