Nachrichten

Jeder Mensch ist ein Künstler. Tschibbi nahm Beuys beim Wort.

Spurensuche auf einem Grab und in Düsseldorfs Kunstgeschichte

Weihnachten ist auch die Zeit des Spazierengehens. Der Joseph-Beuys Blogtext mit dem Hungerstreik war längst vergessen, als ich auf dem Friedhof in meiner Nähe plötzlich und ungewollt sehenden Auges auf den Spuren vergangener Düsseldorfer Künstler wandelte. Erstaunt blieb ich vor einer gelb-blauen Skulptur auf einem Grab stehen, deren Aussage sich mir nicht erschloss.
Muss sie auch nicht. Grabkunst hat kein Erklärungsbedürfnis. Die Skulptur wirkt vom gelben Kopf her wie eine Art Kobra, während der untere türkis-bläuliche Teil eher an eine orientalische Flasche erinnert.

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Wenn der Frosch aus dem Nebel kommt: Eine Liebeserklärung an German Grusel

Warum Nebel bei mir das Kopfkino startet

Keine Ahnung, warum mich der Nebel so fasziniert. Oder doch? Nebel hat meiner Meinung nach eine ähnliche Wirkung wie das Wattenmeer. Dadurch, dass wir weniger sehen können, sind unsere Sinne aufs Äußerste gespannt. Nebel, der aus den Senken herauskriecht, wie der weiße Dampf aus einem Kochkessel und hinaufsteigt. Das Einzige, was noch zu erkennen ist, sind die Baumwipfel, deren blattloses Geäst sich wie dunkle Gerippe in der Helligkeit ausmacht. Paradoxerweise wirken auf uns Gegenstände oder auch Personen in greifbarer Nähe in gewisser Weise pythonesk. Scharf umrandete Konturen tauchen vor unseren Augen auf, die geradezu hyperreal wirken, während andere Gestalten weiter entfernt seltsam konturlos wirken, als wären sie sich aus der realen Welt vom Nebel verschluckt worden.

Winternebel über dem Kittelbach, ©Marion Rissart
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Wie Düsseldorf im Ofen gebacken wurde

Staub, Hitze, Herzblut: Die Kunst der Ziegler

Ziehen Sie Backsteine auch so an? Mich jedenfalls tun sie es, obwohl ich durchaus meine Schwierigkeiten mit den (manchmal) zu nüchtern gehaltenen norddeutschen Einfamilienhäusern habe. Aber auf jeden Fall zeigt dieses, aus Lehm entstandene Material mehr Wärme als diese Stahl-Glas-Betonkonstruktionen, mit denen sehr erfolgreich Düsseldorfs Innenstadt frisiert wurde und wird. Dennoch; wenn wir die Augen aufhalten, entdecken wir noch eine Menge der Ziegelbauten, die den Bombenangriffen des 2. Weltkrieges trotzen konnten.

ehemalige Ulanenkaserne in Düsseldorf, jahrelangem Verfall preisgegeben,©Klaus Lipinski
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Das Potential von Foto-Rückseiten

Provenienzforschung und ihre Kehrseite

Fotos wie Dokumente mögen jahrelang ihren Dornröschenschlummer in alte Schachtel, abgegriffenen Brieftaschen, vergilbten Brieftaschen schlummern. Wenn sie nicht vorher im Altpapiercontainer landen oder verbrennen (auch so ein Schicksal), wird es immer einen geben, der sich ihrer nimmt. Der Künstler, der Archivar, der Ahnenforscher, der berühmte Kommissar Zufall, Sherlock Holmes oder die drei Fragezeichen;-)

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Fliegerweltrekord im 2. Weltkrieg

Ernst Jachtmanns Segelflug in Ostpreußen

Harry Gieses martialischer Ton dröhnte in die Ohren der Kinogänger, die sich am 22. September 1943 vor dem Hauptfilm die obligate Wochenschau anschauten. Geradezu ekstatisch formulierte er Sätze wie »Wie eine Möwe schwebt das Flugzeug über der Küste.“ Dazu schwenkte die Kamera auf die »Weihe« des Segelflugpiloten Ernst Jachtmann, dann zu seinen zu seinen Hilfstruppen, bestehend aus Kameraden der NSFK-Gruppe 1 und der Luftwaffe. »Wind bleibt!«, haben die Kameraden auf der Erde als Fingerzeig in den Sand geschrieben«, schnarrte Harry Gieses Stimme weiter. Jachtmann nutzte scheinbar ungerührt die Aufwinde der ostpreußischen Küstenlandschaft und flog über deren Köpfe hinweg scheinbar mühelos 55 Stunden, 50 Minuten und 50 Sekunden den Küstenabschnitt hin und her. [1]

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Geplündertes Fotoalbum

Kürzlich las ich ein interessantes Zitat über Sammler. Sammler seien Menschen, die eine Leere füllen würden. Wer Fotos, insbesondere alte Fotos sammelt, der füllt sein leeres Gedächtnis mit Erinnerungen, die nie vergehen. Die Leere, die berühmte Gedächtnislücke darf nicht vergehen. Alte Fotoalben ziehen uns magisch an. Wir haben die Möglichkeit, in eine Zeit zu verschwinden, die wir temporär gestreift haben oder nur vom Hörensagen kennen. Oft aber noch nicht einmal das.

Ein kostbarer Deckel, dahinter verbirgt sich das Fotoalbum. So etwas wird heute nicht mehr hergestellt
album_photograph_am_1966.11-1, ©wikipedia commons.

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Die Seele des Volksschullehrers

Von meinem Ur-Ur Großvater mütterlicherseits wusste ich nur, dass er in Schlesien gelebt hatte. Wie ich Näheres erfuhr, soll an anderer Stelle erzählt werden. Tatsache ist, dass ich über eine Genealogie Quelle im Internet und dem Durchforsten alter niederschlesischer Adressbücher an dem Namen und Tätigkeit meines Ur-Urgroßvaters gelangte. Dort stand in dem Brieger Adressbuch »Lehrer em.«. Wenn ich nach Adam Riese rechne, war meine Urgroßmutter, also seine Tochter, zu dem Zeitpunkt gerade mal 10 Jahre alt. War der Mann etwa schon so alt gewesen?

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Entartete Sphinx an Düsseldorfs Tonhalle

Jupp Rübsams Denkmal an den 1. Weltkrieg

Zwei aus Basalt gehauenen Figuren, die wilden Tieren gleich auf alle Vieren auf dem grauen Stein zu kauern scheinen. Die Pfoten ähnliche Hände liegen wie Löwentatzen vor den dunklen Körpern und berühren sich. Die Gesichtszüge muteten mit ihren breiten Lippen und die längs gehauenen Augen für die rheinische Bevölkerung seltsam fremd an.

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See you later, Elevator

Ascenseur der Platzangst

Nicht, dass wir viel miteinander reden. Wenn wir uns grüßen, dann höchstens mit einem Kopfnicken. Meist starren wir wie Hans-Guck-In-Die-Luft an unserem Gegenüber vorbei, auf den Etagenanzeiger, der selten funktioniert, oder auf das sogenannte Bedientableau, an dem wir das gewünschte Stockwerk eingeben können. Manchmal führt auch uns der Blick in den Spiegel, obwohl es morgens … besser nicht, wenn man noch etwas vom Tag haben will. 

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Paul Henckels alias Bömmel, Pudlich oder ewige Düsseldorfer Leiche

Die Weihnachtszeit ist längst schon wieder passe und ein jeder fragt sich, was er eigentlich so gemacht hat außer Essen und Geschenke verschenken respektive wieder auspacken. Spielfilme gucken ist eine gute Alternative, besonders die Filme, deren Inhalt man über Generationen kennt und die von jedem Zuschauer immer wieder neu kennengelernt werden.

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