Entnazifizierung im Archiv: Was ein leer gelassenes Feld verrät

Archive sind keine Orte der Vergangenheit — sie sind Orte der Überraschung.
Zwischen Fragebögen, Stempeln und vergilbten Formularen tauchen plötzlich Lebensgeschichten auf, die lange verborgen geblieben sind. Zum Tag der Archive habe ich einen Blick in die digitalisierten Entnazifizierungsakten des Landesarchivs NRW geworfen. Was zunächst nach trockener Verwaltung klingt, entpuppte sich schnell als persönliche Spurensuche: ein Schreiner, ein leer gelassenes Feld im Fragebogen — und eine Parteimitgliedskarte, die an ganz anderer Stelle wartete. Manchmal erzählen Archive mehr, als ihre Besitzer je preisgeben wollten.

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Warum das „H“ an der Haltestelle mehr Geschichte hat als der Busfahrplan

Morgen und Samstag streikt wieder die Rheinbahn.
Während man frierend an der Haltestelle steht und sich fragt, ob Bewegung vielleicht doch eine Form der Selbsttäuschung ist, fällt der Blick zwangsläufig auf das große „H“.

Ein Buchstabe, den jeder kennt.
Und über den erstaunlich wenige je nachgedacht haben.

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